Optimierung der LED-Kontrolleuchten an der  EQ6


Jeder, der stolzer Besitzer einer EQ-6 ist, wird sich regelmäßig darüber ärgern, daß zum einen die LED der Handsteuerbox grün leuchtet und nur beim Verfahren der Achsen rot, dabei aber auch noch viel zu hell ist. Zum anderen ist auch die rote LED am Montierungskörper selbst deutlich zu hell. Mit einem minimalen Aufwand läßt sich hier eine deutliche Steigerung der Benutzerfreundlichkeit der Montierung erreichen.

Das Hauptübel ist natürlich die kleine giftig grüne LED der Handsteuerbox. Oftmals liest man, daß man die LED einfach umgekehrt einlöten sollte (180° gedreht). Das bringt zwar den Vorteil, daß normal die Beleuchtung rot ist, aber: grade wenn man die Achsen verfahren will, und auf die Handsteuerbox bzw. deren Tasten blickt, um die korrekte Richtung oder Geschwindigkeit auszuwählen, springt einem wieder dieses unangenehme Grün ins Auge. Also gibts nur eine vernünftige Lösung: die LED wrd gegen was passenderes ausgetauscht. Gut geeignet ist wieder eine Duo-LED mit 3mm Durchmesser, wobei die Farbkombination rot/gelb sein sollte.

Ursprünglich wollte ich nur eine einzelne hyperrote (l=645nm) 3mm-LED einsetzen, und so bestromen, daß sie bei Normalbetrieb  schwach und bei Schwenkbetrieb etwas heller leuchtet. Die Schaltungstopologie in der Handsteuerbox läßt dies allerdings nicht zu.


Um dies zu erläutern, habe ich hier den entsprechenden Teil der Handsteuerboxschaltung dargestellt:  Da die LED (D1a, D1b) eine gemeinsame Kathode hat, fällt der Einsatz zweier lowside-Switches weg. Um je eine Transistorstufe für jede der LEDs einzusparen, wird einfach jede LED über einen Vorwiderstand (R1, R2) an Vcc, also an die +5V-Versorgung gehängt. Damit würden natürlich beide LEDs permanent leuchten. Über einen Prozessorport wird die jeweils nicht benötigte LED einfach gegen Masse überbrückt. Damit fließt in dem nicht leuchtenden Strang mehr Strom, als in dem leuchtenden Strang -  chinesische Elektronik eben.

Um die LED in der Steuerbox weniger hell blenden zu lassen, habe ich die Vorwiderstände R1 und R2 durch jeweils 10kOhm ersetzt. Man kann die beiden Vorwiderstände sogar weglassen, da die LED dann über die beiden im Controller vorhandenen Pullup-Widerstände (Rx, Ry) mit sehr wenig Strom versorgt werden. Das wäre die schwächstmögliche Einstellung für die LED. Die Vorwiderstände befinden sich auf der Hauptplatine der Handsteuerbox zwischen den beiden Schiebeschaltern und sind gut zugänglich Bezeichnet sind sie mit R3 und R4.



Im Normalbetrieb ist nun das rot relativ dezent, bei Schwenkbetrieb zeigt sich ein ebenfalls sehr dezentes gelb, das keineswegs blendet. Da die Vorwärtsspannung der gelben LED etwas höher ist als die der roten, ist das gelb noch etwas blasser - perfekt zu erkennen und dennoch in keiner Weise störend.
Die 4 Tastschalter (3 davon sind auf dem obigen Foto zu sehen) habe ich noch mit Kontaktspray eingesprüht, so daß sich die Tasten nun deutlich sicherer und dosierter betätigen lassen.

Um die LED am Montierungskörper dunkler zu machen, muß man die Abdeckplatte mit den Steckerbuchsen abschrauben und die Platine von den Abstandshaltern nehmen.  Die Passung ist relativ straff, aber das Board läßt sich doch relativ leicht von der Halteplatte trennen.


Auf der Leiterplatte findet sich der entsprechende Vorwiderstand direkt neben der LED, er ist mit R1 gekennzeichnet. Er hat einen Wert von 5,1kOhm. Ich habe ihn gegen 22kOhm ersetzt, da ist die LED locker noch hell genug.

HINWEIS: Da die Ströme durch die LEDs sehr gering sind, kann eigentlich jeder Widerstand verwendet werden, egal welche zulässige Verlustleistung er hat.